Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen bittet erneut um Unterstützung bei der Suche nach dem streng geschützten Feldhamster.Die Tierart ist vom Aussterben bedroht und steht in Deutschland auf der Roten Liste. Im letzten sächsischen Vorkommensgebiet bei Wiedemar konnten im vergangenem Jahr keine Nachweise des Feldhamsters erbracht werden.

Wer einen Feldhamsterbau entdeckt, sollte diesen kenntlich machen und den genauen Fundort umgehend der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes mitteilen, nach Möglichkeit mit GPS-Daten. Außerdem werden Fotos des potenziellen Hamsterbaus benötigt. Die Behörde prüft dann mit Unterstützung eines Fachbüros, ob dieser tatsächlich dem Feldhamster zugeordnet werden kann. Die Baue des Feldhamsters sind in der Regel kreisrund mit einem Durchmesser bis zu 12 cm und oft bis einen Meter tief. Dies unterscheidet sie deutlich von den weitaus häufigeren Mäusebauen, die meist nur einige Zentimeter in das Erdreich führen. Es empfiehlt sich daher bei der Suche einen Zollstock mitzunehmen.

Feldhamsterbaue können am besten kurz nach der Ernte ausfindig gemacht und gezählt werden. Ab Oktober ziehen sich die Tiere für den Winterschlaf zurück und verschließen die Gänge wieder mit Erde. Dringend zu beachten ist, dass landwirtschaftlich genutzte Flächen zwischen Aussaat bzw. Bestellung und Ernte nicht betreten werden dürfen. Die Suche ist nur auf abgeernteten Feldern bis zur nächsten Bodenbearbeitung möglich.

Die moderne Landwirtschaft und die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre haben zu einem dramatischen Rückgang der Feldhamsterpopulation im Freistaat Sachsen geführt.

Der Feldhamster bevorzugt Ackerland, das mit ausreichend Nahrung wie Weizen, Hafer oder Luzerne ausgestattet ist und ihm Unterschlupf zur Deckung bietet. Im Sommer legt der Feldhamster häufig mehrere Eingänge mit schräg verlaufenden Zugängen an, neben denen ausgeworfenes Erdreich liegt. Zusätzlich ist der Nahbereich des Baus durch das Fressverhalten des Tieres in seiner Vegetation verändert. Für den Fall, dass ihm Gefahr droht, hat der Nager sogenannte Fallröhren errichtet. Es kommt auch vor, dass ein Feldhamster mehrere Baue anlegt und den Wohnort mehrmals wechselt.

Zuschriften senden Sie bitte per E-Mail an Hamster2020@lra-nordsachsen.de oder auf dem Postweg an Landratsamt Nordsachsen, SG Untere Naturschutzbehörde, Dr.-Belian-Straße 4 in 04838 Eilenburg. Die Aktion soll bis 30. September 2021 laufen.